noch ungewohnte Blicke
auf die Trauer
Zuhören, wirklich zuhören

Wir haben die Fähigkeit verloren zuzuhören. Wir hören und denken sofort unser Leben und unsere eigenen Haltungen in das Gehörte hinein. Und wir haben sofort Antworten, die aber Antworten aus unserem Leben sind. Statt nach Antworten aus dem Leben unseres Gegen-übers zu lauschen, die dem Leben unseres Gegenübers entspringen. Und deshalb stimmig für ihn sind. Und wir durch wirkliches Zuhören die wichtigsten Informationen erhalten können und unser Gegenüber sich gehört, gesehen und verstanden fühlt.

Ken Wilber hat in seinem 1991 erschienen Buch 'Mut und Gnade' angesichts der Erlebnisse

                seiner Partnerin Treya während ihres Krankheits- und Sterbeprozesses, den fast

                automatischen Drang Außenstehender und Helfer, ihr Antworten und Theorien

                überstülpen zu müssen, als Rücksichts- und Achtlosigkeit beschrieben. Die Ideen-

                und Antwortflut anderer wurden nicht als Hilfe sondern als Zumutung und zu-

                sätzliche Belastung empfunden. Unsere eigenen Antworten sind keine hilf-

                reiche Art, zum Leiden eines Menschen in Beziehung zu treten, in Wirklichkeit

                vergrößern sie nur den Abstand. Ein solches Klima kann unmöglich Vertrauen

                und Offenheit begünstigen. Vor allem, wenn sich unser Gegenüber nicht ab-

                grenzen kann oder möchte. Unsere Antworten und Theorien sind nichts als

                Ausdruck unserer eigenen Hilflosigkeit und Unvermögen, das, was ist, auszu-     halten und präsent und achtsam zu sein.

Trauernden und Sterbenden mit mehr wirklichem Verständnis zu begegnen, mit mehr Ach-

tung vor der Unverletzlichkeit ihrer Person, mit mehr echtem Mitgefühl, und bescheidener, was unsere eigenen Vorstellungen angehen, ist ein Weg, der die ersehnte menschliche Nähe schafft. Wir alle dürfen auch nicht wissen, wir dürfen ideenlos sein, wir dürfen auch unsere eigene Betroffenheit zeigen und wir dürfen still sein und schweigen. Uns an einen wichtigen Hinweis von Virginia Satir (†) erinnern, dass Kommunikation lange vor unserer Sprache begonnen hat. Worte können zerstören wo sie nicht hingehören. Insbesonders

wenn wir Antworten und Geschichten erfinden, in denen wir dem Universum bestimmte Sinn-zusammenhänge unterschieben, in denen wir uns eine Ordnung zurechtlegen, die wir für uns ausnutzen können und uns Macht geben. Das aber ist nicht das wirkliche Wesen einer Trauer- oder Sterbebegleitung.

Nur durch Zuhören können wir herausfinden, was unser Gegenüber in diesem Moment tat-sächlich braucht. Nur durch Zuhören können wir erpüren, welche Art von Hilfe in diesem Augenblick tatsächlich helfen würde. Trauernde gehen im Prozess ihrer Trauer durch so viele verschiedene Phasen, können von Moment zu Moment plötzlich mit etwas völlig anderem beschäftigt sein, dass wir schon genau hinhören müssen, um wahrzunehmen, was jetzt gerade wirklich ansteht. Zuhören ist dabei nicht nur ein Akt offener Ohren und eines ge-schlossenen Munds. Und Zuhören geschieht nicht nur über unsere Ohren.

Auch ist Zuhören weniger eine Frage von Methode und Technik. Zuhören ist ein Ergebnis unserer Haltung und unseres Selbstverständnisses. Das Ergebnis Ihrer Teilnahme an diesem Workshop steht in Korrelation zu Ihrer Bereitschaft zur Selbstreflexion und Erkennen Ihres kommunikativen Autopiloten, der in Ihren Überzeugungen gegenüber sich selbst, Ihrem Ge-genüber und der Situation verwurzelt ist. Dieser Workshop ist eine Entdeckungsreise zum wirklichen Zuhören und dadurch zum wirklichen Kontakt und wirklicher Unterstützung Ihres Gegenübers. Denn wahre Kommunikation bewegt und verbindet Menschen und erzeugt einen Zustand der Einheit des Seins, der Liebe und der Zufriedenheit.

 

 

Der Workshop dauert zwei Tage und wird von mir an Wochenenden angeboten. Die Durch-führung ist auch intern in Organisationen möglich, auch unter der Woche.

Noch verfügbare Termine

24. bis 26. September 2021, bei Frankfurt/M.

Beschreibung und Anmeldung zum Download:

Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemand empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt

zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist den anderen zu sehen,zu hören, zu ver-stehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Kontakt.

Virginia Satir

Wenn Sie im Augenblick

nicht in der Lage sind präsent zu sein,

dann versuchen Sie erst gar nicht

in Kontakt zu treten.

Wenn Sie es doch versuchen,

kann das Ergebnis nur enttäuschend sein.

Es ist zermürbend, mit jemand zusammen zu sein,

der nur körperlich anwesend ist,

während er mit seiner Aufmerksamkeit

irgendwo anders ist.

Virginia Satir

Wenn wir uns und unser Gegenüber

als die anerkennen, die wir sind,

und aufhören anderen unsere

Vorstellungen aufzuzwingen,

können wir Einmischungen und

Machtkämpfe vermeiden.

Das fördert das Selbstwertgefühl

aller Beteiligter und ihre Chance,

sich kongruent, authentisch und

ehrlich zu verhalten und

gesund zu bleiben oder zu gesunden.

Virginia Satir

 
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