noch ungewohnte Blicke
auf die Trauer
Das Führen eines Seelenbalsam-
Gedankenbuchs und lösendes
Briefeschreiben

Viele Menschen praktizieren ein morgendliches Ritual. Lümmeln bei einer Tasse Kaffee, Yoga, Joggen oder Meditation. Oder führen eine Art Tagebuch, mal weniger, mal mehr Zeilen, mit denen sie ihre Gedanken, Hoffnungen und Herausforderungen des bevorsteh-enden Tages niederschreiben. Eine ritualisierte Reflexion, zur Sammlung und Möglichkeit der Entwicklung. Schreiben ist ein in der Psychotherapie längst gängiges Verfahren, dessen heilsame Wirkung löngst eindrucksvoll belegt ist. Der Ursprung dieser Praxis liegt tausende von Jahren zurück bei den Stoikern.

Ein Gedankenbuch zu führen ist auch nach zweitausend Jahren bewährter Praxis alles andere als eine verstaubte oder vergilbte Idee. Trauernde dürfen dabei entdecken, dass

                man über alles schreiben kann, auch über all das, worüber man auch mit

                Freunden oder Verwandten nicht reden kann oder will. Und, im Gegensatz

                zum Malen und zahlreicher anderer, auch körperorientierter Methoden, habe

                ich noch niemals von einem Trauernden gehört, dass er nicht schreiben könne.

                Deshalb ist Schreiben für Trauernde die ideale Methode der täglichen Routine

                zur Reinigung und Stärkung der eigenen Seele. Eine gefahrlose Möglichkeit, sich ohne Netz und doppelten Boden in die Trauer fallenzulassen, durch sie hindurch und durch eigene Kraft wieder aus ihr herauszukommen. Das tägliche Schreiben, das Durch-spülen aller Gefühle, das Erinnern und alles in die Worte zu fassen, die gerade fließen,

ist ein einzigartiger Vorgang, der Befreiendes wie Anregendes hat. Eine abenteuerliche Reise zu sich selbst, um die neue Situation durch Tod und Trauer klarer erkennen und be-greifen zu können. Und dadurch zu einem für sich selbst stimmigen und gelungenen Um-gang finden zu können.

Von ganz alleine formt sich beim Schreiben das, was die Seele einem mitteilen, oder von dem sie sich erleichtern möchte. Sigmund Freud hatte im Schreiben eine Sehnsucht nach der inneren Balance gesehen und die Kraft gerade auch des geschriebenen Wortes er-kannt. Nach der Psychologin Johanna Vedral kann das Schreiben wie eine lebensverbes-sernde Droge wirken. Oder als letzte Rettung erleben, weil es einfach niemanden mehr gibt, mit dem man das eigene Bedürfnis nach Austausch teilen könnte.

Als Ergänzung oder als Alternative eines Gedankenbuchs bietet das Schreiben eines Briefs eine Möglichkeit, sich die Trauer von der Seele zu schreiben. Dieser Brief wird nie abge-schickt, vielleicht wird er nach einiger Zeit vernichtet oder verbrannt, oder aufbewahrt und immer wieder durchgelesen werden. Wer will, hält ihn für immer geheim, ebenso kann er mit einem vertrauten Menschen geteilt werden. Dieser Brief kann an sich selbst gerichtet sein, oder an eine bestimmte Person, etwa an den Verstorbenen, oder auch an die Situation oder an die Trauer selbst. Gleich an welchen Adressaten Trauernde diesen Brief richten,

in der Wirkung schreiben sie ihn immer für sich selbst.

Viele fühlen sich beim Schreiben eines Brief noch mehr angeregt, wirklich alles zu schreiben, was sonst nicht ausgedrückt werden kann oder will. Ein Brief gibt einem auch die Mög-lichkeit, die Trauer und die Gesamtsituation aus anderen Perspektiven zu betrachten. Das Schreiben eines Briefes schärft die eigene Wahrnehmung noch mehr, kann emotionale und körperliche Blockaden noch intensiver lösen und einen lösungsorientierten Umgang mit der Trauer finden lassen. Ein schriftlicher Dialog mit der Situation, mit der Trauer oder mit dem Verstorbenen schafft eine Art spielerische Erleichterung, die an Ernsthaftigkeit nicht zu über-bieten ist. Statt einem einzigen Brief lassen sich auch mehrere Briefe schreiben. Entweder gezielt an verschiedene Adressaten, oder an einen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die letzte Variante ist mit die intensivste Möglichkeit einen Lösungsprozess in Gang zu setzen.

Und das Wohlgefühl zu erleben, dass sich einstellt, wenn die eigene Geschichte zu Papier gebracht wird. Weil einem ihre Bedeutung plötzlich transparenter wird und Trauernde nicht
selten endlich einen Sinn in ihr erkennen können. Zwischenzeitlich ist neben dem psychischen Nutzen auch die positive physische Auswirkung des Schreibens belegt, etwa bei der Re-duktion chronischer Schmerzen und der Anregung des Immunsystems.

Dieser Workshop macht Trauerbegleiter mit der Anleitung zum Führen eines Seelenbalsam-Gedankenbuchs und lösenden Briefeschreibens für Trauernde vertraut. Zwei der besten Methoden zur wirkungsvollen Trauerbewältigung.

Der Workshop wird in diesem Jahr als eintägiges Webinar angeboten. Die Durchführung ist auch intern in Organisationen möglich, in Präsenz oder digital.

Noch verfügbare Termine

Freitag, 12. November 2021

Beschreibung und Anmeldung zum Download:

Der Verstand lehrt im Denken.Das Herz lehrt

in der Stille. Stille ist

dein Lehrer. Alles wird dir offenbar in dieser Stille.

OM C. Parkin

 

Wirklich zuhören

Zuhören ist weniger eine Frage von Me-thode und Technik. Wahre Kommunika-tion bewegt und verbindet Menschen. Dieser Workshop ist eine Entdeckungs-reise zum wirklichen Zuhören und dadurch zum wirklichen Kontakt mit Ihrem Ge- genüber.

Die Stoiker

– Possibilisten

Unter einer Vielzahl stoischer Anregun-gen finden sich mit die machtvollsten Werkzeuge zur wirklichen Trauerbewäl-tigung, die endlich weiterverbreitet werden müssen.

Der Systemische Blick

Kaum ein Ansatz hat sich in der sozialen, familiären und professionellen Arbeit über Jahrzehnte eindrucksvoll bewährt und fest verankert, wie der systemische. Dieser Workshop macht Trauerbegleiter mit dem systemischen Blick und mit den grundsätzlichen Lösungswegen vertraut.

IMPRESSUM          DATENSCHUTZ