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noch ungewohnte Blicke
auf die Trauer
Expressives Schreiben –
Die Lösungen der Stoiker

»Ich habe mir nie vorgenommen zu schreiben.

Ich habe damit angefangen, als ich mir

nicht anders zu helfen wusste.«

Herta Müller

(Deutsche Schriftstellerin und

Literatur-Nobelpreisträgerin)

Die Pessimisten unter den Trauernden sind davon überzeugt, dass sie jetzt jahrelang, viel-leicht ihr ganzes Leben lang von diesem alles Leben verschlingenden pechschwarzen Loch verfolgt werden. Einen Weg aus dieser Sackgasse gibt es nicht, jede Wandlung ist absolut ausgeschlossen. Die mehr optimistisch eingestellten blicken mit der Hoffnung in die Zukunft, dass die Zeit alle Wunden heilen wird und sie schon bald wieder in ihr Leben zurückkom-men werden und alles ganz normal weitergehen wird. Beide, Pessimisten wie auch die Optimisten tun sich mit ihren starren Haltungen nichts Gutes.

In aller Deutlichkeit zeigt sich dies im Erleben von Admiral James Stockdale als Gefangener im Vietnamkrieg. Angetan von den Stoikern des alten Griechenlands nahm Stockdale die

                schlimmsten Tatsachen seiner Situation an, während er sich ebenso den Glau-

                ben an seine Rettung bewahrte. Er hatte erkannt, dass er trotz der Gefangen-

                nahme und Folterungen immer noch die Fähigkeit zu seinem freien Willen hatte.

                Obwohl er nicht ändern konnte, was ihm geschah, konnte er kontrollieren, wie

                er auf alles reagierte. Und das ist etwas anderes als nur zu hoffen, dass es 

                am Ende gut wird. Es ist proaktiv und realistisch in Bezug auf die Situation. Zuversicht bezieht immer uns selbst in unsere Erwartungen und Handlungen mit ein. Während Hoffnung uns eher auf die passive Wartebank setzt, nimmt uns Zuversicht in die direkte Verantwortung. Sie baut eine Brücke zur Zukunft, in der der Trauernde eine wahrhaftige Rolle ausfüllt. In der Zuversicht kann er auch all das Dunkle und Schreckliche ansehen, ohne dass es von ihm vollständig Besitz ergreift und ihn übermannt. Hoffnung navigiert hilflos auf der stürmischen See, in der Sehnsucht nach Rettung. Zuversicht hingegen lässt uns in eine Selbstveränderung hineinwachsen.


Sie lässt das Zukünftige, das Ankommen im neuen, radikal veränderten Leben, in ihm selbst wachsen und gedeihen. Zuversicht vertraut, dass im Prozess des Wandels nicht nur ein neues, sondern auch ein vollständiges Bild entsteht. Dass der neue Lebensraum zwar anders, doch ebenso vollkommen ist. Der Trauernde wird fähig, das Leid anzunehmen, das gerade über den Abgrund seines Lebens gebaut ist und glaubt an das Mögliche. Auch wenn er sich das im Moment tiefster Trauer nicht vorstellen kann.

Die Anregungen der Stoiker, unter ihnen Seneca und Marc Aurel, bieten eine Fülle an Methoden, mit den Herausforderungen des Lebens, insbesondere der Trauer umzugehen. Eine der kraftvollsten und wohl bekannteste ist das Expressive Schreiben in Form einer Art Tagebuch, Gedankenbuch oder Briefeschreibens. Trauernde dürfen dabei entdecken, dass sie über alles schreiben können, auch über all das, worüber sie mit anderen nicht reden können oder wollen. Deshalb ist Schreiben für Trauernde eine ideale Methode der täglichen Reinigung und Stärkung der eigenen Seele.


Eine gefahrlose Möglichkeit, sich in die Trauer fallen zu lassen, durch sie hindurch und durch eigene Kraft wieder aus ihr herauszukommen. Das tägliche Schreiben, das Durchspülen aller Gefühle, das Erinnern und alles in Worte zu fassen, ist ein einzigartiger Vorgang, der Befrei-endes wie Anregendes hat. Ein schriftlicher Monolog oder auch Dialog mit der Situation, mit der Trauer oder mit dem Verstorbenen schafft eine Art spielerische Erleichterung, die an Ernst-haftigkeit nicht zu überbieten ist. Expressives Schreiben ist mit die intensivste Möglichkeit, die neue Situation durch Tod und Trauer klarer erkennen und begreifen zu können. Und dadurch einen für sich selbst stimmigen Lösungsprozess in Gang zu setzen.

Von ganz alleine formt sich beim Schreiben das, was die Seele einem mitteilen, oder von dem sie sich erleichtern möchte. Sigmund Freud hatte im Schreiben eine Sehnsucht nach der inneren Balance gesehen und die Kraft gerade auch des geschriebenen Wortes erkannt. Nach der Psychologin Johanna Vedral kann das Schreiben wie eine lebensverbessernde Droge wirken. Oder als letzte Rettung, weil es einfach sonst niemanden gibt, mit dem man das eigene Bedürfnis nach Austausch teilen könnte. Zwischenzeitlich ist neben dem psych-ischen Nutzen auch die positive physische Auswirkung des Schreibens belegt, etwa bei der Reduktion chronischer Schmerzen und der Anregung des Immunsystems.

Dieser Workshop macht Trauerbegleiter mit den Lösungen der Stoiker vertraut. Schwerpunkt ist die Anleitung zum Expressiven Schreiben für Trauernde. Immer noch kaum bekannte, doch wirkungsvollste Methoden zur Trauerbewältigung.

Der Workshop wird 2022 in Präsenz und als eintägiges Webinar angeboten.

Die Durchführung ist auch intern in Organisationen möglich, in Präsenz oder digital.

Noch verfügbare Termine

Webinar Freitag, 17. Juni 2022

Präsenzworkshop Freitag, 4.11. bis Sonntag, 6.11.2022

Beschreibung und Anmeldung zum Download:

Der Verstand lehrt im Denken.Das Herz lehrt

in der Stille. Stille ist

dein Lehrer. Alles wird dir offenbar in dieser Stille.

OM C. Parkin

 
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Wirklich zuhören

Zuhören ist weniger eine Frage von Me-thode und Technik. Wahre Kommunika-tion bewegt und verbindet Menschen. Dieser Workshop ist eine Entdeckungs-reise zum wirklichen Zuhören und dadurch zum wirklichen Kontakt mit Ihrem Ge- genüber.

Der Systemische Blick

Kaum ein Ansatz hat sich in der sozialen, familiären und professionellen Arbeit über Jahrzehnte eindrucksvoll bewährt und fest verankert, wie der systemische. Dieser Workshop macht Trauerbegleiter mit dem systemischen Blick und mit den grundsätzlichen Lösungswegen vertraut.

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